Gebaut und betreut vom Bund Naturschutz, gefördert von der Initiative Regionalmanagement Region Ingolstadt im Rahmen des Bildungsprojekts MINTmacher, organisiert von der Fachschaft Geographie, ist zur Zeit das „Energiespardorf“ zum vierten Mal zu Gast HGW. Alle achten und neunten Klassen durften nacheinander an dem Projekt teilnehmen, das vier Schulstunden umfasst.

Nach einer Einführung zum Energiebegriff und zu den Ursachen des Klimawandels wurde schnell klar, dass wir einerseits nicht mehr auf die Annehmlichkeiten von elektrischem Strom verzichten wollen, andererseits die Energie schnellst möglich anders erzeugt werden muss: Ziel ist eine „Dekarbonisierung“, also eine Abkehr von den fossilen Energieträgern Öl, Kohle und Gas. Nach dieser Erkenntnis kam schnell die Praxis: Am Energiefahrrad durften freiwillige „erfahren“, wie anstrengend es ist, mit Muskelkraft die Energie für eine Lampe, einen Radiorecorder oder einen Wasserkocher zu erzeugen. Auch die Herausforderung der Energieerzeuger, die Spannung konstant zu halten, wurde klar, denn wenn diese abfiel, flackerte das Licht und die Musik ging aus.

Anschließend durften die Schülerinnen und Schüler in die 20 Häuser des Modelldorfes, das stellvertretend für einen Ort mit 8000 Einwohnern steht, verschiedene Elektrogeräte einbauen. Auch eine Fabrik wurde angeschlossen. Eine Grafik veranschaulichte über den Beamer live, wie sich dadurch der Stromverbrauch veränderte. Da der angezeigte Verbrauch schnell über 10 Millionen kWh pro Jahr erreichte, wurde klar, dass diese Menge irgendwie erzeugt werden musste. Damit Klima und Umwelt geschützt werden, versuchte die Gruppe zunächst, den Stromverbrauch zu reduzieren: Es wurden Standby-Verbraucher wie TV und PC vom Netz getrennt sowie energiesparende Geräte wie LED-Lampen, neue Heizungspumpen und moderne Kühlschränke in die Häuser eingebaut. Eine Gemeinderatssitzung mit allen anwesenden Schülerinnen und Schülern debattierte anschließend, wie der nach den Stromsparmaßnahmen verbleibende Energiebedarf des Dorfes erzeugt werden sollte. Durch die verteilten Rollen kamen die verschiedenen Interessen, z.B. von Energieerzeugern, Handwerkern, Fabrikbesitzern, Naturschützern und Landwirten, zur Sprache. Schließlich gelang es dem Gemeinderat, den Strombedarf des Ortes mit Hilfe von Photovoltaik auf Dächern, zwei Windrädern und Biogasanlagen vollständig und CO2-neutral zu decken.

Am Ende wurden die Schüler gefragt, was sie aus dem Workshop mitnehmen. Einige Antworten:

  • „Mich hat der hohe Standby-Verbrauch der Elektrogeräte überrascht“
  • „Dass ein einziges Windrad so viel Strom erzeugt, hätte ich nicht gedacht.“
  • „Eigentlich könnten wir unseren Strom zu Hause selber machen, so eine Photovoltaik-Anlage fürs Hausdach kann den Jahresstromverbrauch decken, wenn man etwas Energie spart, und kostet in der Anschaffung nicht mehr als ein Kleinwagen.“

 

Micha Lohr

 

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