Religion

Am HGW wird evangelischer und katholischer Religionsunterricht angeboten. Katholische Religion unterrichten derzeit drei Religionslehrer, vier Religionslehrerinnen und ein Pfarrer, evangelischen Religionsunterricht erteilen ein Religionslehrer und ein Pfarrer im Schuldienst.
Die Beziehungen zwischen den beiden Fachschaften werden bewusst gepflegt und durch regelmäßige konfessionsübergreifende Projekte auch bei den Schülern vertieft. So sind diverse gemeinsame Exkursionen fester Bestandteil unseres Religionsunterrichtes.
Der Religionsunterricht erschließt jungen Menschen die religiöse Dimension der Lebenswirklichkeit. Er begleitet die Schüler bei ihrer Sinnsuche, bei ihrem Fragen nach Gott und der Welt und hilft ihnen, religiös sprachfähig zu werden. Dabei bietet er kirchlich beheimateten und distanzierten Schülern gleichermaßen die Möglichkeit, mit der christlichen Tradition ins Gespräch zu kommen, unterschiedliche Glaubens- und Werthaltungen kennenzulernen, zu reflektieren und so einen persönlichen Standort zu finden und zu vertreten.
Als erfreulich und belebend empfinden wir, dass an unserem Unterricht auch Schüler teilnehmen, die nicht getauft sind oder einer Religionsgemeinschaft angehören, für die in Bayern Religionslehre nicht als ordentliches Lehrfach eingerichtet ist. Den Antrag dazu stellen die Eltern bei der Schulleitung.

  • In der fünften Jahrgangsstufe werden die Kirchen vor Ort besucht und es gibt die Möglichkeit dort „hinter die Kulissen“ zu blicken und Details zu erfahren.
  • In der siebten Jahrgangsstufe besteht die Möglichkeit im Rahmen des Lehrplanthemas „Begegnung mit dem Islam“ eine Moschee zu besuchen.
  • In der neunten Jahrgangsstufe findet in Kooperation mit der Fachschaft Geschichte ein Besuch der Gedenkstätte Dachau statt.
  • In der elften Jahrgangsstufe besuchen unsere Schüler im Rahmen der Einkehrtage die Oase Steinerskirchen.
  • Darüber hinaus werden unsere Schüler immer wieder in die Gestaltung und Planung der Gottesdienste mit einbezogen.
  • Im Rahmen des Lektüreunterrichts wird in der zehnten Jahrgangsstufe eine Klassenlektüre gelesen und besprochen.
  • Auch Religion will gelernt sein: Für die Schüler aller Jahrgangsstufen verpflichtend ist die Aneignung des Grundwissens. Dieses kann immer wieder abgeprüft werden.

Unsere Schule ist in der glücklichen Situation einen Meditationsraum zu besitzen. Ferner nennt die Schulgemeinschaft einen selbstgebauten Altar ihr Eigen. Auch die Kreuze der Klassenräume und das Kreuz für die Gottesdienste, die in der Aula gefeiert werden, wurden von Schülern entworfen und konstruiert.

Der Meditationsraum
Die Einrichtung eines Meditationsraumes gelang durch die Zusammenarbeit mehrerer Institutionen und Personen: So übernahm der Landkreis als Schulaufwandsträger die Kosten für die bauliche Ausstattung des Raumes, die Diözese Regensburg sorgte für die nötige Einrichtung des Raumes und die Schule selbst erstellte und finanzierte das markante Glasfenster des Raumes – im Rahmen eines Wettbewerbs im Fach Kunst: Schüler aller Jahrgangsstufen gestalteten Entwürfe für ein Glasfenster zum Thema „Schöpfung“. Fünfzehn dieser Entwürfe wurden von einer Jury ausgewählt, im Rathauskeller der Marktgemeinde Wolnzach ausgestellt und versteigert. Damit war die Finanzierung des Glasfensters gesichert.2014 HGW Claudia Schrag

Der Meditationsraum bietet eine Fülle von Nutzungsmöglichkeiten:

  • Feier von Klassengottesdiensten
  • Stille Pausen, jeden Freitag und darüber hinaus in der Advents- und Fastenzeit
  • Meditation – eine Gebetsform, die Jugendliche durchaus anspricht.
  • Vorbereitung und Durchführung von Aktionen an der Schule, die aus dem Religionsunterricht erwachsen
  • Rückzugsort in Trauer- und Krisensituationen

Der Altar
An den Kunsterzieher und Leiter des Wahlkurses „Freies Gestalten in Metall“ Christian Kuttler wurde vom damaligen Direktor Hans Meindl, der Freude an Schweißkompositionen hatte, die Bitte herangetragen, „etwas aus Metall“ zu bauen.
Die Idee war geboren, aus Metallabfällen ein halbtransparentes, kubisches Objekt, außen klar begrenzt, innen aber völlig wirr und konfus, zu gestalten.
Dieses Gewirr, in Anlehnung an das Chaos im Schöpfungsbericht, wird unterbrochen durch sich durch das Schweißen zufällig ergebende Kreuzformen. Diese wurden von den Schülern vergoldet. Im Zentrum des Altars liegt, gleichsam als ruhende und ordnende Kraft im Chaos des Altarinneren, eine goldene Kugel, die als Erde interpretiert werden kann.
So steht neben der Gemeinschaftsleistung der Altar dafür, wie

  • wertlose Einzelteile in der Verknüpfung ein sinnvolles Ganzes ergeben,
  • sich scheinbares Chaos einem determinierten Raum unterordnet,
  • die vergoldete, frei bewegliche Kugel den chaotischen Raum zentriert und so mit Sinn erfüllt.

Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalgottesdienstes wurde der Altar im Dezember 2000 vom damaligen Bischof Manfred Müller gesegnet und eingeweiht. Unsere Schule ist sicherlich eine der wenigen, in der ein Altar gebaut wurde.

Die Kreuze
Neben Meditationsraum und Altar besitzt unsere Schule auch ein großes Kreuz für die Gottesdienstfeiern und zahlreiche kleine Kreuze, die die Klassenräume zieren. Auch diese wurden von den Schülern im Rahmen des Kunstunterrichts aus Holz, Nägeln und Scherben gebaut.

Ulrike Hujer für die Fachschaft Religion

Unterricht: Das Grundwissen im Fach Katholische Religion

Links zu katholischen und evangelischen Einrichtungen über den Unterricht hinaus

Foto: Claudia Schrag